Kunst des Scheiterns

Die Kunst des Scheiterns.

Eine interdisziplinäre Ausstellung im Peter-Weiss-Haus


„Immer versucht. Immer gescheitert. Egal. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ – Samuel Beckett

„Nicht alles ist eine Lektion. Manchmal scheiterst du einfach nur.“ – Dwight Schrute

„Wenn Du nicht scheiterst, warst Du nicht innovativ genug.“ – Elon Musk

„Ninety percent of everything is crap“ – Theodore Sturgeon

Kunst machen, ist immer auch ein Akt der Hoffnung. Verausgabung und nagende Selbstzweifel werden in Kauf genommen, um am Ende ein (vorzeigbares) Werk entstehen zu lassen. Doch was passiert, wenn diese Rechnung nicht aufgeht?


In der diesjährigen Jahresausstellung möchten wir uns all den Kunstwerken widmen, die nicht den eigenen Erwartungen oder denen der Außenwelt entsprachen, die nicht fertiggestellt werden konnten oder sich thematisch dem ambivalenten Begriff des Scheiterns verschrieben haben und versuchen, ihn in ihrer Kunst erfahrbar zu machen. Wir suchen Kunstwerke, die etwas wollten, Künstler:innen die einer Idee hinterherrannten und an der Umsetzung scheiterten. Deren Arbeiten in sich zusammenfielen, die abgelehnt oder zerrissen wurden. Kurzum die Kunstwerke, die nach einem normativen Kunstverständnis als gescheitert verstanden werden. Oder eben Werke, die von diesen Erfahrungen erzählen.


Zeigt uns die Designentwürfe, die fantastisch gedacht, aber nicht richtig umgesetzt wurden. Die Keramiken, die im Ofen zerbrachen. Kunstwerke in verschiedenen Stadien. Immer wieder neu hergestellte Kunst. Übermalte Leinwände. Durchgestrichene Texte. Falsch belichtete Fotografien. Videoaufnahmen ohne Ton. Wir wollen abgelehnte Auftragsarbeiten, abblätternde Farbe, Plastiken schlecht kalkulierter Proportionen. Alles was ihr mit dem Begriff Scheitern in Verbindung setzt, kann eingereicht werden. Wir möchten das Scheitern zur eigenen Kunstform erheben, herrschendem Optimierungswahn und kapitalistischer Verwertungslogik etwas entgegensetzen und das Scheitern salonfähig genug für die große Bühne machen. Denn wir fragen uns: wer entscheidet überhaupt darüber, was gescheitert bedeutet? Ist Scheitern nicht ein Teil des Prozesses? Das Ergebnis vielleicht sogar größer?
Oder ist das Scheitern längst schon gesellschaftlich akzeptierter Lifestyle und performativer Akt geworden?
Unser Ziel: keine hoffnungsfrohe Affirmationausstellung über die Schönheit des Scheiterns, sondern ein Lagebericht, eine Schau der großen Versuche und noch größeren Ideen.


Die Bewerbungsfrist für alle Künstler:innen, die sich gerne an diesem aberwitzigen Projekt beteiligen und mit uns gemeinsam die Gratwanderung zwischen romantisieren und dämonisieren wagen möchten, ist der 31.08.2022. Bis dahin müssten die Werke im Peter-Weiss-Haus vorbeigebracht oder – falls möglich – digital eingereicht werden. Schickt uns gerne im Vorfeld eine Nachricht, was ihr einreichen möchtet und wann ihr vorbeikommen mögt. Sowohl die Kunstwerke selbst als auch Dokumentationen der Erschaffungsprozesse können ausgestellt werden. Weitere Einschränkungen soll es bewusst nicht geben. Sehr gerne können der Einreichung auch kürzere oder längere Texte zum Verständnis beigelegt werden.
Die Ausstellung wird vom 08.-18. September 2022 in den Räumen des Peter-Weiss-Hauses stattfinden. Eine Vernissage ist für den 08. September geplant, an diesem Abend wird unter anderem der Hamburger Slam-Poet und Autor Hinnerk Köhn auftreten.


Wir laden dazu ein, zu zeigen, wie glamouröses Scheitern aussehen kann.
Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter: kultur@peterweisshaus.de